Das eigene Schnarchen aufzunehmen ist unkompliziert — ein Telefon reicht. Interessant wird es erst bei der Frage, was man aus so einer Aufnahme tatsächlich ablesen kann. Dazu unten mehr, inklusive der Stellen, an denen eine App nichts mehr beitragen kann.
Niemand hört sich selbst schnarchen. Die übliche Informationsquelle ist der Mensch daneben, und dessen Bericht ist verzerrt — hängen bleibt die lauteste Viertelstunde, nicht der Verlauf. Deshalb gehen Gespräche darüber auch selten gut aus: die eine Seite erinnert eine schlimme Nacht, die andere hat gar nichts mitbekommen.
Eine Aufnahme verschiebt das auf etwas Überprüfbares. Vor allem, wenn es mehrere Nächte sind: eine einzelne Nacht sagt wenig, fünf oder zehn zeigen, ob es jede Nacht passiert oder nur nach bestimmten Abenden.
Ein paar Dinge, die den Unterschied zwischen brauchbar und unbrauchbar ausmachen:
Aus einer Nacht: ungefähr wie viel der Zeit geschnarcht wurde, wie laut es an den Spitzen war, und wann es passiert ist — häufig ist es nicht die ganze Nacht gleich, sondern verteilt sich in Blöcken.
Aus mehreren Nächten wird es erst wirklich nützlich, weil man dann vergleichen kann. Die Faktoren, bei denen sich ein Unterschied am ehesten zeigt, sind schlicht:
Wichtig ist dabei die Reihenfolge: erst ein paar Nächte ohne Veränderung aufnehmen, damit es einen Ausgangswert gibt. Sonst vergleicht man gegen ein Gefühl statt gegen Daten.
Hier liegt die Grenze, und sie ist deutlicher, als die Werbung mancher Apps vermuten lässt. Eine Tonaufnahme sagt etwas über Geräusch aus — nicht über Atmung, nicht über Sauerstoffsättigung, nicht über Schlafstadien. Aus einer Aufnahme lässt sich keine Schlafapnoe feststellen und auch keine ausschließen. Wer das behauptet, verkauft etwas.
Die Sprachmemo-App auf dem Telefon funktioniert für einen ersten Versuch. Ihr Problem zeigt sich am Morgen danach: du hast eine siebenstündige Datei und keine Ahnung, an welcher Stelle etwas passiert ist. Durchhören wird niemand.
Deshalb machen die Apps in diesem Bereich vor allem eins — sie schneiden die relevanten Stellen heraus und ordnen sie ein. Snorah zum Beispiel nimmt die Nacht auf, markiert die Passagen mit Schnarchen, vergibt einen Wert pro Nacht und spielt die lautesten Momente einzeln ab. Aufnahme und Auswertung passieren auf dem Gerät; es gibt kein Konto und nichts wird auf einen Server hochgeladen. Kostenlos sind die Aufnahme, der Nachtwert, zwei abspielbare Ausschnitte pro Nacht und der Verlauf der letzten sieben Nächte. Alle Ausschnitte und der vollständige Verlauf werden einmalig freigeschaltet — kein Abo, keine automatische Verlängerung.
Andere Apps aus dem Bereich arbeiten überwiegend mit Abo-Modellen. Das ist an sich kein Ausschlusskriterium, nur sollte man vor dem Antippen einer Probephase wissen, was danach abgebucht wird und wie man kündigt.
Telefon in Armlänge, am Kabel, Mikrofon frei, Raum ruhig. Mindestens drei bis fünf Nächte, bevor man irgendetwas interpretiert. Nur eine Sache auf einmal verändern. Und bei Atempausen, starker Tagesmüdigkeit oder nächtlichem Luftschnappen nicht weiter an der Aufnahme herumdeuten, sondern das ärztlich abklären lassen.